Uruguay 2009
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Montevideo 2009- was jetzt?
Wie gehen wir mit der Enttäuschung um bzw. was können wir noch retten?
Wir, die Austauschgruppe traf sich als Team um zu besprechen was noch zu retten ist. Die Enttäuschung ist sehr groß sowohl in der Berliner Gruppe als auch in der Partnergruppe aus Montevideo aber um sie nicht noch größer zu machen als sie sowieso schon ist haben wir uns zusammengesetzt und überlegt was noch zu retten ist. Wir hatten ein perfekt durchgeplantes Programm um es so durchzuführen wie wir es gerne gehabt hätten und das zu bewirken was wir bewirken wollten, nämlich für die Kinder da zu sein, ihnen zu zeigen, dass es Menschen gibt die von weit her kommen um sich um sie kümmern, können wir sicherlich nur persönlich beweisen aber wir möchten ihr Vertrauen nicht verlieren deshalb steht an erster Stelle zu symbolisieren, dass wir trotz der Schwierigkeiten bzw. Hindernisse an sie denken und sie uns wichtig sind, das wollen wir ihnen zeigen indem wir das versprochene Weihnachtsfest trotzdem realisieren.
Geplante Vorgehensweise:
- Spenden sammeln hier in Berlin vor Ort um es nach Montevideo zu schicken, dort wird eine Vertrauensperson in unserem Auftrag Weihnachtsgeschenke einkaufen gehen um sie dort im Barrio Sur am Heiligabend unter den Kindern zu verteilen. Zu der Bescherung soll es ein großes Weihnachtsessen geben, was ebenfalls von den Jungs aus der Partnergruppe trotz allem durchgeführt wird. Wir hoffen, dass die Kinder auf diesem Weg trotzdem ein schönes Weihnachtsfest haben und sie merken, dass wir auch von weit weg an sie denken und alles in unserer Macht stehendes tun um unser Versprechen einzuhalten.
- Auch die Studioaufnahmen bzw. Musikaufnahmen, die durch den Austausch als gemeinsame Arbeit gemacht werden sollten sollen trotzdem zu Stande kommen, die Jungs aus der Partnergruppe werden ihre Musik dort aufnehmen. Diese Aufnahmen werden sie nach Berlin schicken sodass die Jungs aus der Berliner Gruppe ihre Musik / Texte darauf bzw. dazu aufnehmen können, so soll doch ein internationaler Austausch durch die Musik zustande kommen.
- Desweiteren steht in Planung uns auf virtuellem Weg zu treffen bzw. auszutauschen, sodass die „Begegnung“ bzw. der Austausch zwischen diesen unterschiedlichen Kulturen auch annähernd realisiert werden kann. Dazu müssen erst die Möglichkeiten geprüft werden, da die Kooperationspartner dort keine elektronischen Geräte wie Computer und Internet zur Verfügung haben. Darüber folgen aber nähere Informationen sobald wir alle Möglichkeiten geprüft haben.
Montevideo: Unser Tagebuch
Abreise 15.12.2009
Endlich soll es losgehen -
17:00 Uhr Treffpunkt Flughafen Tegel
"Allerdings ging es erst mit 90 min Verspätung richtig los, wir alle bewarten dank der Euphorie unsere Geduld.",
Leider nein! dies ist der Text vom Letzten Jahr
Dieses Jahr kommt es Zum SuperGau
17:00 Treffpunkt: Alle sind da
18:00 der Gang zum Terminal, jeder sitzt im Gedanken bereits im Flugzeug, die Warteschlange ist das letzte Hindernis.
18:23 endlich am Terminal, jedoch die Ansage die Tickets sind nicht bestätigt lässt alles platzen.
18:40 Mirtha gibt sich alle Mühe, es noch zu klären.
Entsetzen macht sich breit.
19:15 die Hoffnungen sind am Boden
19:34 Terminal Closed
19:40 Take Off (ohne uns)
wie es weiter geht und was passiert,halten wir euch auf dem Laufenden
17.12.2009
17:30 Teamtreffen
Die Stimmung ist unbeschreiblich
es ist beschlossene Sache
Uruguay 2009 ist abgesagt
Details folgen von Maren:
Ja es ist eine beschlossene Sache- wir werden dieses Jahr nicht mehr nach Uruguay fliegen! Dank des Reisebürös sind viele kleine Träume der Jugendlichen hier gestorben und große Hoffnungen der Jugendlichen und Kinder dort. Das Reisebüro Continental Reisen, mit dem wir seit Jahren auf Vertrauensbasis zusammen arbeiten, hat und nicht nur verarscht sondern uns bis zur letzten Sekunde hingehalten, uns ins Gesicht gelogen und damit unser komplettes Vorhaben zerstört. Als wir fertig gepackt am Flugahefen standen und uns nur noch ein Gate von unserer Reise trennte, hieß es noch:die Tickets sind zwar reserviert aber nicht bezahlt und wir sollten es bitte mit unserem Reisebüro klären. Das taten wir- wir fuhren direkt vom Flughafen in das Reisbüro, wo sie uns ihren Fehler eingestanden hatten, indem sie zugaben das Geld zu spät überwiesen zu haben, sie werden aber alles tun um uns noch nach Montevideo zu kriegen. Am nächsten Tag hieß es wir fliegen am Samstag den 19.12.2009, vorher geht es nicht da aufgrund von Weihnachten und Silvester alles ausgebucht ist. Die genauen Daten sollten wir am Donnerstag den 17.12.2009 um 13h per Telefon erhalten. Das Reisebüro hat natürlich nicht angerufen- wir riefen an- keine Antwort- wir fahren hin aber anstatt antwort Zu-oder Absagen kriegen wir nur die Information, dass man nach 15 Jahren, aus wirtschaftlichen Gründen zumachen musste, durch ein weißes Schild an der Tür übermittelt. Am nächsten Tag geht man wieder hin, um sich 100% zu überzeugen, dass das alles kein blöder Scherz oder böser Traum ist und leider ja, es ist wahr- und es bleibt nicht nur unsere Geschichte: vielen anderen, die ihre Familie über Weihnachten in Südamerika besuchen wollten erging es genauso. Mehrere Anklagen und Verfahren laufen derzeit gegen dieses Reisebüro, nur die Inahber sind leider noch nicht auffindbar. Nachdem wir mehrere Tage hingehalten wurden, fiel die endgültige Absage bei unserem Teamtreffen. Die Stimmung in den letzten Tagen war schon schlimm aber wir hatten alle noch einen Hoffnungsschimmer, nach dem Teamtreffen war auch dieser weg, die Enttäusschung war jeden einzelnen von uns in den Augen abzulesen. Es ist vielmehr als eine Reise gewesen- wir hatten ein Programm, welches mit ein ganzes Jahr Vorbereitungen und viel Arbeit verbunden war von unserer Seite aus und unglaublich viel Vorbereitung von der Seite der Partnergruppe in Montevideo aus. Ganz zu schweigen von den vielen Kindern aus dem Barrio Sur, deren Vorfreude größer war als von Weihnachten und Geburtstag zusammen, diese Kinder hatten Hoffnung in uns gesetzt, die Enttäuschung die sie jetzt erleben ist auch unsere, denn wir hatten nicht nur ein perfekt vorbereitets Programm, welches wir mit ihnen durchführen wollten sondern auch eine Botschaft zu überbringen, eine Botschaft die ihnen vermitteln sollte, dass es Menschen gibt, die sich um sie kümmern, die sich mit ihnen beschäftigen, ihnen etwas beibringen wollen. Bei dem letzten Austausch haben wir schon vieles bewegen können, nun wollten wir neue bzw. mehrer Türen öffnen. Die Termine für die Pressekonferenzen, um unsere Message öffentlich zu machen und für die Studioaufnahmen, um die gemeinsam erarbeiteten Sachen aufzunehmen standen schon fest. Die Partnergruppe und die Presse setzen aber immernoch auf uns und geben die Hoffnung nicht auf, dass wir unser Programm irgndwie noch durchführen können. Ob die Kinder begreifen können, warum wir nicht angekommen sind, wissen wir nicht aber wir alle hoffen vom ganzen Herzen, dass wir sobald wie möglich die Möglichkeit kriegen ihr Vertrauen wieder gewinnen zu können...
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